Heinrich VoelkelNo Easy Way Out

Heinrich Voelkel

No Easy Way Out

2020

Auf 1783 Kilometern regiert der Ausnahmezustand in Signalfarben. Rotweiße Flatterbänder, Baustellenbaken und Durchfahrt verboten-Schilder markieren das Ende der Freiheit, wie wir sie kannten.

Heinrich Voelkel ist die in der COVID-19-Krise von Deutschland geschlossenen Grenzen abgefahren. Seine Bilder entdecken ein Land, das sich eingeigelt hat, um sich vor einem Virus zu schützen. Sie dokumentieren, wie Lebensadern zerschnitten werden, wie Europäer nicht mehr zueinander kommen können, wie von einem Moment auf den anderen nichts mehr ist, wie es war. Sie zeigen Landschaften, in denen die Menschen schmerzhaft abwesend sind, ihre Angst aber trotzdem spürbar ist.

Der Nationalstaat feiert seine Wiederkehr, er bietet Schutz, er setzt Rahmen, die vergessen worden waren. Und doch sind diese Grenzen, auch das sieht man, temporär, provisorisch, ein Symbol für den Versuch, die Idee eines vereinigten Europas zu bewahren. Eine Diskrepanz, die Voelkels Arbeit in seltsam stillen, eindrücklichen Tableaus herausarbeitet.

Heinrich Voelkel

1974 geboren in Moskau, UdSSR.
1996–1999 Ausbildung am Lette Verein, Berlin.
Seit 2004 Mitglied bei OSTKREUZ.
2009 Einzelausstellung Tirana — mon amour, Studio im Hochhaus, Berlin.
2010 Ausstellung 7km — Feld der Wunder / The Terrible City — Gaza 2009, zusammen mit Kirill Golovchenko, Freelens Galerie, Hamburg; VG Bild-Kunst-Stipendium; Einzelausstellung Albania — Germany: A Photographic Journey, Tirana Art Lab, Albanien.
2011 Buchbeteiligung emerge 011, emerge Verlag, Berlin.
2013 Publikumspreis des Internationalen Welde-Kunstpreises für Fotografie.
2014 Einzelausstellung Tales from the Banks of the Jordan, Jordan National Museum Amman, Jordanien.
2017 VG Bild-Kunst-Stipendium.
2017 Publikation Provintsiya, round-not-square, Berlin.
Heinrich Voelkel lebt und arbeitet in Wiesbaden.