Maurice WeissSi jamais ils reviennent

Maurice Weiss

Si jamais ils reviennent

seit 2015

"Si jamais ils reviennent", falls sie jemals wiederkommen. So erklärt die über 90 Jahre alte Dame aus einem kleinen Dorf in Südfrankreich, warum sie in ihrem Weinkeller immer noch ein Waffenlager hat. Sie, das sind die deutschen Nazis und Kollaborateure, gegen die sie als junge Frau während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg gekämpft hat. Damals hat sie für die Resistance Waffen geschmuggelt, noch heute lagert sie die Gewehre und Pistolen in ihrem Keller.

Die alte Dame lebt in einem Dorf in Südfrankreich, nicht weit weg von dem Ort, in dem Maurice Weiss aufgewachsen ist. Ein Dorf und eine Kindheit, in der der Krieg immer als Grundrauschen gegenwärtig war, auch wenn niemand über den Krieg sprach, weder sein Vater, der Wehrmachtssoldat, noch der Patenonkel, der im spanischen Bürgerkrieg kämpfte. Doch Spuren des Krieges waren trotzdem leicht zu finden, dort und überall in Europa. Spuren in der Landschaft, familiäre Erinnerungen, Spuren des Verlusts. Es sind Zeugnisse des kollektiven Traumas, das alle Europäer miteinander verbindet.

Maurice Weiss

1964 geboren in Perpignan, Frankreich.
1989–1993 Foto-, Film und Designstudium bei Ulrich Mack und Arno Fischer an der Fachhochschule Dortmund.
Seit 1995 Mitglied bei OSTKREUZ.
2004 Publikation Tabori zieht um. Wie soll man eine Wohnung finden, wenn es regnet?, Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra.
2005 Hansel-Mieth-Preis.
2008 Arbeitsaufenthalt in China.
2008–2013 fester freier Fotograf, Der Spiegel, Schwerpunkt Politik.
2011 Gruppenausstellung Living. Frontiers of Architecture III & IV, Louisiana Museum of Modern Art, Humlebaek.
2013–2017 akkreditierter Fotograf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
2014 Gruppenausstellung Tomber(z) les murs, Institut Français, N’Djamena, Tschad; Publikation Facing Time, Hirmer, München.
2016 Grimme-Preis-Nominierung.
Maurice Weiss lebt und arbeitet in Berlin.