Zum 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags bringt die Sonderausstellung „Ostgebiete / Ziemie Zachodnie“ im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung renommierte Fotograf:innen aus Deutschland und Polen in einen visuellen Dialog über Erinnerung, Identität und Transformation. Aktuelle, teils eigens für die Ausstellung entstandene fotografische Positionen von den OSTKREUZ-Fotograf:innen Annette Hauschild, Thomas Meyer, Linn Schröder, Ina Schoenenburg und Heinrich Völkel werden neben Arbeiten von Karolina Gembara, Katarzyna Mirczak, Filip Piotrowicz, Natalia Poniatowska und Wojtek Sienkiewicz zu sehen sein.
Im Zentrum dieser Ausstellung stehen deutsch-polnische Perspektiven auf einen gemeinsamen Erinnerungsraum in Polen. Für viele Deutsche sind die ehemaligen „Ostgebiete“ des Deutschen Reiches mit Flucht und Vertreibung verbunden, mit der Erinnerung an den Verlust von Heimat und dem Fortleben dieser tiefgreifenden Erfahrungen in unzähligen Familiengeschichten. Sie sind Teil eines kollektiven Gedächtnisses, das Identitäten hierzulande bis heute prägt. Aus polnischer Sicht bedeuten die „Ziemie Zachodnie“ – die Westgebiete nach 1945 – etwas Anderes: Zuziehende waren selbst oft aus dem Osten vertrieben worden und trugen die Erfahrung der deutschen Besatzung in sich. Es ging um Ankommen in der Fremde, einen schwierigen Neuanfang und eine von Deutschen geprägte Region, die erst langsam zur Heimat wurde. Die Perspektiven sind grundverschieden und doch untrennbar miteinander verflochten.
Die künstlerischen Arbeiten dieser Fotograf:innen aus beiden Ländern zeigen, wie sich Spuren eines bis heute sichtbaren und spürbaren Prozesses, der durch Aneignung und Abschiednehmen gekennzeichnet ist, in Landschaften, Architekturen und familiären Erzählungen beiderseits der Oder eingeschrieben haben.
Eröffnung: 28.5.26, 18:30 Uhr
Laufzeit: 29.5.26 bis 17.1.27
Ort: Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Berlin
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